Der DOM - Nr. 50 - 10. Dezember 2000

St- Joseph-Kirche in Bielefeld wurde nach langer Renovierung wieder eröffnet.

Schlicht kann so beeindruckend sein

Bielefeld. Weihbischof Heinz Josef Algermissen sprach von einem überwältigenden, von einem wunderbaren Raum. Pfarrer Stanislaus Walczak nannte den Raum die "Krönung seiner Arbeit". Und beide meinten die frisch renovierte St.-Joseph-Kirche in der Stadtmitte von Bielefeld. Zwei Jahre waren die Kirchtüren geschlossen, die Gemeinde musste ihre Gottesdienste in Ausweichquartieren feiern. Vor wenigen Wochen wurde der romanische Hallenbau von Weihbischof Algermissen wieder eröffnet und der Altar geweiht.

In der neuen St.-Joseph-Kirche hat man sich bei der Gestaltung auf die wesentlichen Dinge beschränkt. Im Inneren des Gotteshauses dominieren die Farben Weiß und Grau. Die Gemeinde hat die Entscheidung der schlichten Gestaltung mitgetragen, sagte der ehemalige Pfarrer Stanislaus Walczak, der sich für das Projekt maßgeblich eingesetzt hatte: „Wir wollten mit wenigen Mitteln einen Raum der Ruhe schaffen.“ Architekten waren Wolfgang Krause und sein Sohn Thomas.

Zentraler Punkt des Gotteshauses ist das Kreuz aus Edelstahl mit dem kugelförmigen Korpus aus rotem Alabaster. Heinz Hollenhorst hat es entworfen. Das Kreuz soll das verdeutlichen, was in die Kirchenwand eingemeißelt ist: „Das Kreuz steht fest, während sich die Erde dreht.“ Auch in der Geschichte der St.-Joseph-Kirche war es so, dass das Kreuz immer fest stand: Selbst im September 1944, als die Alliierten Luftangriffe auf Bielefeld flogen und das Gotteshaus zerstörten. Übrig blieben nur die Frontkapellen, der Kircheturm und eben das Kreuz darauf. Außer dem Kreuz hat Heinz Rollenhorst auch den Altar, einen Ambo und vier Sitzplätze aus Muschelkalkstein entworfen. In den Altar wurden bei der Einweihung durch Weihbischof Heinz Josef Algermissen die Reliquien der heiligen Retina eingelassen. Weihbischof Algermissen sagte, dass der Altar ein Symbol für Jesus Christus sei. Der Tisch des Herrn stehe im Zentrum des Gemeindelebens, hier könne man seine Sorgen vorbringen und neue Kraft schöpfen. Dem neuen Gemeindepfarrer Bernhard Haaken übertrug der Weihbischof die Aufgabe, den Altar gut zu pflegen und seine Gemeinde immer wieder zu dieser Quelle zurückzuführen.

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