Innenkirche

Entrümpelt und entschlackt kommt der romanische Bauwerk der St. Josephskirche zur Geltung. Altar und Ambo gehören zu einer konpositorischen Einheit, die der Bildhauer Heinz Hollenhost schuf. (Foto: Bernhard Pierel)


Westfalen-Blatt Nr. 253, Dienstag, 31. Oktober 2000

Renoviert, umgebaut und neu gestaltet: St. Josephskirche

Gesamtkunstwerk im Sinne des christlichen Glaubens

Von Uta Jostwerner (text) und Bernhard Pierel (Fotos)

B i e l e f e l d (WB). Zwei Jahre lang mussten die Mitglieder der Kirchengemeinde St. Joseph auf ihre Kirche verzichten, fand der Gottesdienst in Ausweichquartieren statt. Nach umfassenden Renovierungs- und Umbauarbeiten wird der romanische Hallenbau mit seinen beiden Seitenkapellen am 1.November, Allerheiligen, mit einem Festgottesdienst und der Weihe des neuen Altars durch Weihbischof Heinz Josef Algermissen wiedereröffnet.


Blick auf den Kreuzweg

St. Josephskirche - die neuromanischen Bögen
sind zur Geltung gekommen (Foto: Bernhard Pierel)


In völlig neuer Optik präsentiert sich der Innenraum der Kirche. Die Gestaltung zeugt von einem gelungenen Versuch, die Kunst der Gegenwart in den Dienst des Gotteslobes zu stellen. Dazu wurde der alte Kirchenraum komplett »entrümpelt« und weiß getüncht und Professor Heinz Hollenhorst mit der Gestaltung des Altarraumes beauftragt. Durch vielfältige Aufträge in der künstlerisch-liturgischen Gestaltung erfahren, beschränkte sich Hollenhorst nicht nur darauf, Altar, Ambo, Kreuz und Sedilien herzustellen, vielmehr schuf er eine Gesamtkomposition, die den ganzen Kirchenraum mit einbezieht.

»Alles wurde darauf angelegt, die Aufmerksamkeit auf den zentralen Punkt, das Kreuz zu konzentrieren«, erklärt Pfarrgemeinderatsvorsitzende Ursula Höschen. Gemäß der in die Kirchenwand eingemeißelten Botschaft »Das Kreuz steht fest, während die Erde sich dreht« entwarf Heinz Hollenhorst ein Edelstahlkreuz mit einem kugelförmigen Korpus aus rotem Alabaster. Dazu komponierte der Bildhauer einen Altar, einen Ambo sowie vier Seelilien aus Muschelkalkstein.

Durch die Positionierung entsteht nicht nur eine Spannung, sondern auch eine Bindung der einzelnen Elemente.


Das Team

Zeigten viel Engagement: (v.l.) Professor Heinz Hollenhorst
St. Joseph-Pfarrer Bernhard Haaken, Stanislaus Walczak und Ursula Höschen (Foto: Bernhard Pierel)


Die Entscheidung für eine auf die wesentlichen Dinge beschränkte Gestaltung hat die Kirchengemeinde mitgetragen, betont Stanislaus Walczak, ehemaliger Pfarrer der Gemeinde, der sich maßgeblich für das Projekt einsetzte. Man habe bewusst mit wenigen Mitteln einen Raum der Ruhe und Harmonie schaffen wollen und gleichzeitig den Raum aufhellen wollen, so der Seelsorger. Dass die Realisierung nicht ohne das außergewöhnliche Engagement der Gemeindemitglieder möglich gewesen wäre, darauf weißt Walczak im Besonderen hin. Die Inneneinrichtung wurde zu 100 Prozent von der Gemeinde getragen. Für die Renovierung des Bauwerks steuerte das Erzbistum Paderborn 80 Prozent zu, die Gemeinde übernahm den Rest. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt drei Millionen Mark.


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